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1926 wurde die Brücke in Grauerort als Verladebrücke für das Sperrmitteldepot gebaut. Die Brücke hatte einen Gleisanschluß, war eingleisig und hatte ein Drehkreuz sowie ein kleines Ausweichgleis.
Diese Brücke ist nur 19 Jahre bestimmungsgemäß genutzt worden sie hatte allerdings in den Folgejahren eine Bedeutung mit Symbolkraft. Die Hadag baute auf der Brücke ein kleines Ausflugslokal mit dem Namen "Klein Helgoland". Da die Insel Helgoland bis 1955 von Passagier-schiffen nicht angelaufen werden durfte, war "Klein Helgoland" ein Ersatzziel für die Hamburger. Wie auch nach Krautsand, wurden Sonntagsausflüge und Betriebsausflüge nach Grauerort gemacht. Der Anleger "Klein Helgoland" wurde auch regelmäßig von Linienschiffen der Hadag angelaufen.
Das Lokal "Klein Helgoland" war ein auch von vielen anderen Besuchern gern genutzter Ort, um fast mitten in der Elbe Kaffeetrinken und den Schiffen nachschauen zu können. Mit dem Verkauf des gesamten Areals Grauerort an die Firma Kaus & Steinhausen wurde 1960 auch "Klein Helgoland" demontiert und in Bützfleth als Schützenhalle wieder aufgebaut. Die Brücke wurde, nachdem der Holzbelag nicht mehr in Ordnung war, in den siebziger Jahren gesperrt und nur noch für die automatische Entnahme von Wasserproben zur Analyse genutzt.
Die Brücke gehört nach meiner Meinung untrennbar zu Grauerort. Es müssen alle Anstrengungen, auch von Seiten der öffentlichen Hand unternommen werden, um dieses bedeutende Monument deutscher Stahl- und Brückenbaukunst zu sanieren und wieder zugänglich zu machen. Der auf diese Weise wieder entstehende elbseitige Zugang mit einem kleinen Lokal mitten in der Elbe ist die notwendige Ergänzung für das Fort Grauerort. Der direkte Zugang vom Fort zur Brücke ist mit nur geringem Aufwand wieder herzustellen. Auch Deichspaziergänger und Radwanderer werden über die Möglichkeit, in einem Brückenlokal einzukehren, sehr dankbar sein.
Die immer noch leerstehenden ehemaligen Unterkunftsgebäude stehen Investoren im Bereich Hobby und Freizeit zur Verfügung. Es könnten an dem Ort zukunftsweisende Investitionen mit maritimem Bezug entstehen, die die Gesamtanlage (insgesamt 11,5 ha) positiv ergänzen würden.
So kann in Grauerort an der Elbe ein Ort mit großer Ausstrahlung in die Region entstehen, der zum einen Besucher aus nah und fern anzieht und historische Baukunst mit Bezug zur Elbe und Schiffahrt herstellt.
Hans-Hermann Ott, 09.09.1999
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© Karsten
Ott für den Förderverein "Festung Grauerort" e.V., 1999-2001
URL: http://www.festung-grauerort.de/
- Letzte Aktualisierung:
10.01.2004